Nein, möchte ich nicht!

Wer kennt das nicht: Da sitzt man so vor sich hin und es klingelt das Telefon. Und klar geht man dran, nicht weil man denkt, es könnten die Kinder, Omma oder C. , nein, weil man diese fremde Nummer nicht kennt. Und dann ist sie da, diese liebliche Frauenstimme, die mir dann erzählt, was ich nicht noch alles bräuchte, oder was zu optimieren wäre in meinem Leben, insbesondere in meinen Verträgen….und das alles NUR für 13,95 Euro. NUR?? 13,95 Euro sind immerhin 13,95 Euro. Was ist denn da nur?
Und nehmen wir die Zeitungstrulla. Nein, ich möchte keine Zeitschrift zum Thema Famlie.Dieses klar Nein scheint sie erst zu motivieren und weder das Argument, ich könne gar nicht lesen ( da kommt dann der Verweis auf die bunten Bilder) noch das, das ich die Bilder gar nicht sehen könnten und mein Blindenhund kein Interesse mehr an Zeitungen hätte….nix. NIX zieht. Man muss immer pampig werden,  um die loszuwerden. Das nervt.

Neulich hatte ich nun wieder so einen Anruf. Einen von einer Telefontrulla. Näh, ich will nicht wechseln. Näh, nich, weil ich so lange schon beim mangenta -farbenen Riesen bin. Näh, auch nicht, wenn ihr mir meine Fritzbox inner anderen Farbe schickt. Näh, ein Billig-Schnurlostelefon dazu will ich auch nicht, ich hab schon eins und meins hat ein Kuhmuster. Stink dagegen mal an. Ja, Sie hören richtig, ich habe Kinder (Die Mädchen prügeln sich mal wieder im Hintergrund und werfen sie rüde Kraftausdrücke an den Kopf. Aber bei der Telefontrulla ist es mir wirklich egal, was die denkt, wenn klein E. heulend „Hure!“ ruft. Irgendwann werde ich sie schon noch überzeugen, dieses kleine Mädel, das es sich dabei lediglich um eine Berufsbezeichnung wie  Maler, Maurer oder Bäcker handelt. Aber wenn man wütend „Bäcker !“ schreit, ich denk mal, das kommt nicht so….).
Zurück zur Telefontrulla: Nein, ich bin nicht der Meinung, dass wir ein zweites Telefon bräuchten. Nein, vielen Dank, ich brauche keine 17 zusätlichen Nummern, ich habe schon drei, von denen ich eh nur eine nutze. Und ich sammel die nicht. Sieht in einem Album einfach kacke aus, wenn da nur Nummern drin sind.
Nein, ist mir egal, ob ich dann einen Handy-Vertrag noch kostengünstig dazu bekomme, ich wohne im Harz, da hat man mit dem Netz eh keinen Empfang. Ja, ich weiß schon seit 2004, das dieser Provider zustäzliche Sendemasten hier bauen will, aber wenn er es bisher nicht getan hat, warum dann grade jetzt, wenn die Telefontrulla mir einen Vertrag aufschwätzen will?
Nein, Bargeld lockt mich auch nicht.
So.
Liebe Telefonverkaufstrulla,
ich will Dir mal folgendes sagen: Das, was Du mir da vermieten willst, ist die sog. letzte Meile. Kennste nicht? Blöd, weil das ist das, was Du mir verhämmern willst zur Miete. Die letzte Meile ist das Stück Strippe vom Verteiler zur Hütte, irgendwas um die zwei Kilometer lang.
Schnitte, Du willst mir sogar ein Stück Telefondraht von der Telekom vermieten, weil ihr nämlich kein Extra-Kabel drin liegen habt in der Erde, sondern nur gemultiplext wird.  Du willst mir also ein Stück vom Kuchen namens Kabel vermieten, den ich von der Telekom schon gemietet habe! nur eben auf der anderen Seite von dem Kabel. Warum solllte ich also auf dem Kabel umziehen?
Weil die Bits auf der Seite von deinem Stück Kabel schneller schwirren?? Eure sind ne Sonderanfertigung, ja?! Ja, das erscheint mir logisch, kann ich nicht anders sagen…Vollkommen logisch, denn Ihr vermietet die Überholspur. Is klar.
Liebe Telefonverkaufstrulla, ich stamme aus einer Zeit, da mietete man das Telefon noch bei der Post und bekam so ein hässliches Ding mit Drucktasten in den hübschen Farben Arko-Kaffe-Service- Orange, Moosgrün und Beige. Nach dieser Zeit kam das Modell Dallas, mit dem man jederzeit Einbrecher hätte erschalgen können….. vorher waren sie einfach hübsch grau und passten in jeden Haushalt. Meine Omma hatte so eine hässlichen Samtüberzug für das Ding. Erinnert Euch!
Zu dieser Zeit, liebe Telefontrulla, lag schon ganz viel Telefonnetz in Deutschland. Das hat nämlich mit seinen verdrillten Kupferkabeln schon anfang des 20zigsten Jahrhunderts begonnen. Und ist gewachsen und es wird nur ersetzt, was kaputt ist, weil Gewachsenes ist sensibel.
So. Und nun kommst Du und willst mir daraus das letzte Stück vermieten. Das soll besser laufen als das Stück desselben Kabels von der Telekom, die das Kabel hier mit der Dose zusammen in den siebziger Jahren durch einen der vielen Herrn Schneiders( so heißt mein Aussendienst -Mitarbeiter hier vor Ort und der ist ne echte Wucht) mir hier in die Hütte gelegt hat, als ich noch zuhause bei Mutti wohnte und noch nicht mal den Kindergarten verlassen hatte?
Ich finde mal, wenn ich mich verarschen will, Trullaken, dann mach ich das alleine oder frage A. nach der Uhrzeit….aber für sowas brauch ich Dich nicht für.

In diesem Sinne,
Frau Safe

Tag 1 von 100 neuen Tagen

Obwohl Tag eins der hundert neuen Tage mal wieder schlecht begonnen hat, wie viele Tage eins es vorher waren, ist unzählbar, ist das AK-Kind, das in jedem von uns wohnt , wieder durchgekommen.
Ich musste heute morgen auf das Jobcenter, es  muss geklärt werden, wo es hin soll, wieviel Miete sein darf. Und ich hatte wieder die „netten“ Sachbearbeiter. Als ich wegen der Kündigung mein Umzugsbegehren erklärte, erklärte mir dieser, ich habe ja noch Zeit, sieben Monate, die Frage, wo es dann hin soll, wenn nicht passend was gefunden wird, wurde geflissentlich überhört.
Nur mal um das hier ganz klar zu stellen: Es gibt hier richtig gute Sachbearbeiter und Berechner im Jobcenter. Die sind richtig bemüht, erkundigen sich und es hat Hand und Fuss, was sie tun und sagen und man kann hier auch richtig viel Unterstützun bekommen. Aber leider ist es wie überall, es gibt nun mal auch andere. Sie haben es ja auch nicht leicht mit mir und dem Massnahmeabbrecher.

Weil C. sich nicht so richtig kümmern kann, wie er gern würde, immerhin muss er vollzeit arbeiten, und ich viel Ausfall mit den Wechseljahren hatte, er kann ja auch nicht einfach frei nehmen,  kam die Idee hoch, jetzt , da ich nicht mehr so viele in meine Pläne einbeziehen muss, ob es nicht Sinn macht, wieder auf die andere Harz-Seite zu ziehen, weil da zwar eine alte Frau ist, die sich aber kümmern kann und mag. So das ich all der Katastrophen zum Trotz, die hier passiert sind, wären sie dort passiert, weiter meiner Ausbildung nachgehen können würde. Und für den einen Nachmittag, an dem der Vater das Kind nimmt, weil er grad eh zuhause ist, da muss man nicht hier wohnen.
Dafür habe ich eine (!) Mietbescheinigung bekommen. Aber die Miethöchstgrenzen  für hier habe ich nicht erfahren, es sind ja auch noch sieben Monate Zeit.
Ja, es kullerten Tränen im Auto und ich war ganz klein. Ich will ein zuhause haben, endlich wieder eins, gern da sein, das mit den Kindern schön geregelt wissen, ist halt dumm, das es erst rauskam, was nicht geht, nachdem ich hier war. 

Tja,  Zuhause  standen die Wechseljahre vor mir, mit verklebten Haaren und kullerten mich mit den kleinen blauen Augen an, sagten „Papageil“ und meinten mich damit, streckten ihre Arme nach oben und  als sie auf meinem Schoss saß, da…..da..
jedenfalls habe ich nach der Knutschrei mit ihr zwei Anrufe gemacht und kann jetzt schon mal zwei Brocken heben. Die Mietobergrenzen weiß ich nun und das die Eingliederungsvereinbarung geändert werden muss, weil die Grundlage ja nie so bestand.
Cooool. Das Grübeln und das schlechte Gewissen hört auf, wann ich denn noch welchen Job machen soll.
So. Heute noch die Anwältin anrufen und weiter gehts.
Wird alles gut, sagt der Knut, und diesmal habe ich nicht das Bedürfsnis, ihm vor´s Schienbein zu treten.
Und aus gegebenem Anlass: Weil mir jemand sagte, sie könne es halt einfach nicht, sie könne nicht  Eltern sein, nicht Beziehung leben möchte ich hier mal was anmerken; „ich kann nicht “ heißt ganz klar „ich will nicht“.
Und wer nicht will, der hat schon. Fertsch! Einen schönen Resttag von Tag eins der hundert neuen Tage.