2. Weihnachtsfeiertag 2020

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und hoffe, Ihr seid gesund und bleibt es auch.

Ich weiß, ich bin, wie immer spät, mit den Wünschen, aber vielleicht hilft es, aus dem Alltag zu erzählen.

Seit dem 23. nenne ich die Küche mein Zuhause. Meine freundlichen Helfer, Geschirrspüler, Baustaubsauger und Wischeimer, sind im Dauereinsatz. Nur die Waschmaschine hatte zwei Tage verdienten Urlaub,nämlich Heilig Abend und am 1. Feiertag.

Bis Heilig Abend war auch sie im Dauereinsatz, aber jetzt ist die Waschküche wieder voll.

Weihnachtsgefühle kamen erst am 1. Feiertag auf, als ich das Stück vom Harzer Höhenvieh in den Ofen schob.

Heilig Abend kam die Familie. Und mein Bosch-Küchenfreund lief und lief und lief….In den letzten Tagen dürfte ich fünfmal mein gesamtes Dauergeschirr umgewälzt haben.

Ich wollte gern Weihnachtsgrüße schicken:

Frohe Weihnachten wünscht das Küchenpersonal und die Hauswirtschaft aus unserem Haushalt, aber nicht mal dazu hatten ich Zeit.

Am ersten Feiertag war es nicht wesentlich besser und heute wälzte ich erneut unser Geschirr. Morgens sah es noch nach einer aufgeräumten Küche aus und jetzt ist es schon wieder vorbei.

Geschirrspüler können eben nur von Frauenhänden betätigt werden und Emm ist außer Haus.

Am zweiten Feiertag habe ich dann bei unser Omma geputzt, weil Samstag ist.

Und jetzt werde ich noch einmal den Geschirrspüler anstellen und dann ist schon wieder Zeit für’s Bett. Und dann haben wir einen normalen Sonntag. Okay, einen Corona-Sonntag….aber dennoch ein Sonntag.

In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten aus der hiesigen Hauswirtschaft und von der Spülhilfe. Bleibt gesund.

Verlierer Teil 2 und andere Dinge

Nun war ich gestern mit meinem schönen Zettel bei der Arge und schon unten, die Arge ist im ersten Stock, war die Tür zu und es wurde mitgeteilt, das der Briefkasten jetzt bei Pförtner einer anderen Einrichtung einen Eingang weiter vorne stehe.

Also habe ich meine Zettel dort eingeworfen, in einen Briefkasten, der an einem Ständer auf der Höhe für Babys hängt.

„Bück‘ Dich, befehl ‚ ich Dir!Wende Dein Anlitz ab von mir!…“ frei nach Rammstein.

Nun habe ich gegogelt und in der nächstgrößeren Stadt eine richtige Telefonnummer gefunden, bei der man nicht nur im Call-Center landet und eine Email-Adresse, bei der mir kein Bot anwortet. Ha!

Gleichtzeitig musste ich feststellen, das Mischlingswelpen jetzt soviel kosten wie ein Gebrauchtwagen. Google hat mir die Anzeigen aus meine Tierwelt auf dem Handy immer wieder angezeigt. 1300 Euronen für einen Mischling. Leute, ein Mischling! Jetzt wird mir auch klar, warum meine Nachbarn die alle aus Rumänien importieren. Hempelmanns habe jetzt einen aus Rumänien, sieben Monate alt, Schnauzer ist drin, sagt Herr Hempelnmann. Schnauzer-Labrador.

„Ach hören Sie mir bloß auf mit Labrador! Alles ist Labrador! Ich bin für einen Labrador-Schäferhundwelpen nach Dessau gefahren und habe Olaf mitgebracht! Da ist sicherlich auch ein Labrador drin, im Olaf, aber wahrscheinlich gleich beim Aussteigen aus der Arche Noah! Der stand mal vor einem Cane Corso und der hatte nur eine andere Fellfarbe und war damals noch zehn Zentimeter größer. Und der Hintern von Olaf ist so ein runder Schweinchenpo wie von so einem Kampfhund. Dafür sprechen auch die drei Punkte!“

Ja, Pittbull sei in seinem Hund auch drin. Er habe ja vor der Anschaffung dieses Hundes mit einem Freund telefoniert. Der sei Polizist und den habe er gefragt, ob es hier bei uns in der Straße Einbrüche gegeben habe und der habe das verneint. Habe es noch nie.

Ich denke an meinen anderen Nachbarn, der eine Alarmanlage im Haus hat und sich von Olaf und dem Dackel nebenan geschützt fühlt und an unsere Sicherungsanlagen im Keller, die wir mit dem Hauskauf übernommen haben.

„Das glaube ich nicht. Denken Sie an die Sicherungen der Kellerfenster und die Gitter am Fenster bei uns hinten. Außerdem sind bei uns erreichbare Fenster falsch rum eingebaut.“

Ja, er habe sich das Haus ja auch angesehen bevor er mit seiner Familie das jetzige gekauft habe.

Und das ich keine Angst vor Einbrüchen habe, sage ich ihm.

Bei uns sei ja auch nicht zu holen, erklärt er.

„Seit wann lagert man auch das Bernsteinzimmer im eigenen Keller?“ will ich wissen. Außerdem sei ja Olaf da. Ich würde als Fremder nicht einfach in unser Haus gehen.

Er guckt mich fragend an.

„Naja, wissen Sie, ich kenne das so, das Hunde zurück gehen, wenn Gefahr kommt. Olaf geht nach vorn.“

„Schutzhund.“

„Japp.“ Und dann erzähle ich ihm, dass es eine ganze Weile gebraucht hat, bis ich den so verstanden habe, dass er auf Spaziergängen gern die Kinder zusammen treibt, was durchaus auch Vorteile hat.

Wenn ich mal Fragen hätte, dann könnte ich gern kommen, seine Frau sei zertifizierte Hundetrainerin.

*Genau das war ja lange Jahre das Problem!* Aber das denke ich nur und antworte:

„Naja, ich habe seit 30 Jahre Hunde und Olaf wußte das bisher nicht und ich fahre mit ihm nach Bad Segeberg. Der Hundetrainer kennt sich mit solchen wie Olaf aus.“

Er hat mir im übrigen erzählt, dass der Hund mit seinen drei Geschwistern im Straßengraben gelegen hätte. Leute, sie liegen alle in Straßengräben, versuchen sich selbst zu versorgen und dann kommen die Tierschützer und suchen ein neues Zuhause für sei. Dann kommen sie in Transportkisten und Google meldet „Unsere Rumis“ sind da. Du erkennst sie ganz gut daran, dass sie geduckt und wild um sich guckend am Halsband zerrend die Straße rauf oder runter gehen.

Weihnachten

Ich habs nicht so mit Menschen. Aber das wissen ja alle schon.

Am Samstag haben C. und Patty und Selma und Mini Kekse gebacken. Im letzten Schub half ich mit und Mini setzte sich hin, nahm sich einen dick mit Zuckerguß bestrichenen Keks und legte an dessen Rand einmal rum Zuckerperlen. Eine neben die andere. Gelbe, grüne und blaue bildeten einen erhobenen Rand an diesem ansonsten weißen Pilz.

Mini erklärte, sie wolle ihre KLassenlehrer, Herrn B., Kekse mitbringen.

„Mini, das geht nicht. Keine offenen Lebensmittel. Und Teilen darf man die auch nicht.“

Der Keks lag die ganze Zeit neben der Schüssel bis C. aufräumte und ihn in die Keksschüssel warf. Als er nicht mehr daneben lag, machte ich mir keinerlei Gedanken.

Patty, Selma und Mini schmückten den Baum. Und futterten nebenbei die Weihnachtskekse mit Schokolade und bunten Streuseln, mit Zuckerguß und bunten Streuseln und nur mit Zuckerguß. Als der Baum fertig war und alle ihr Werk bewunderten, nahme sich Patty aus der Keksschüssel noch einen Keks und biß herzhaft hinein. Mini schrie auf und weinte. Patty hatte den Keks mit dem Perlenrand erwischt.

„Der ist doch für Herrn B.!!“ schrie sie aufgeregt und ließ sich nicht beruhigen.

Auf unserem Wochenmarkt kaufe ich jeden Freitag große Tüten Bonbons. Da ist immer ein Pfund drin und ich fülle damit unser Bonbon-Glas auf. Am Anfang brauchte ich ein Pfund pro Woche.

An einem Freitag hatten sie keine großen Tüten, sondern nur kleine und weil ich immer große Tüten kaufe, bekam ich zwei kleine zum Preis einer Großen. Eine kleine Tüte war schon im Bonbon-Glas verschwunden, die andere war noch da.

„Hier, Mini, gucke! Ich habe noch eine kleine Tüte Bonbons. Nimm doch die!“ Natürlich ist so eine Tüte Bonbons kein Ersatz für einen Pilzkeks mit Zuckerperlen -Rand, aber immerhin war das Vorhaben, ihrem Lehrer noch was zu Weihnachten zu schenken, nicht ganz gestorben. Und der Preis dieser Bonbons war auch so klein, das er keinesfalls als Bestechung ausgelegt werden konnte. Mini mag ihren Klassenlehrer.

Nun kam Selma in Spiel. Sie wolle auch und warum immer nur Mini und sie habe auch eine Klassenlehrerin…Ich ließ mich erweichen und bot ihr eine Pfund-Tüte an, die mich jedoch in persönliche Nöte stürzte. Was würde der Lehrer denken, wenn Mini nur eine kleine Tüte mitbrächte und Selma ihrer Klassenlehrerin eine doppelt so große? Der Kaufpreis einer großen ist natürlich höher. Was ist mit einem möglichen Bestechungsvorwurf?

C. musste einkaufen und löste das Problem recht einfach. Er brachte Weihnachtsmänner mit. Und obwohl ich ihm gesagt hatte, das nur für Patty und Selma welche nötig sind, brachte er drei mit und übergab sie den Mädchen gleich mit Einteilung.

„Hier! Der ist für Herrn B!“ Er gab ihr einen blauen Weihnachtsmann. Patty bekam einen in silber und Selma in Gold, obwohl sie einen blauen haben wollte.

Nun sind die Kinder mit Weihnachtsmännern bewaffnet los, haben aber die Tüten für die Schulsachen stehen lassen…..

Irgendwas ist ja immer.

Verlierer

So fühle ich mich mittlerweile. Passend zu Corona bin ich arbeitslos geworden. Nun gut. Hatte ja auch erstmal seine gute Seite. Aber dann ging es irgendwie wieder los und da habe ich dann doch mal angerufen.Beim Arbeitsamt und um Rückruf gebeten und ich habe Emails über die Seite des Arbeitsamtes geschrieben und gewartet.

Und gewartet. Und dann habe ich das ganze noch mal gemacht und wieder gewartet.

Und seit letzter Woche schreibe ich denen nun jeden Tag Mails. Es müssten jetzt so um die 30 sein. Jeden Abend stelle ich sie auf Automatic und bekomme Antwort von noreply.

Und weil ich so brav schicke und bitte und ich mir so denke, das ich da noch ewig bitten kann, da habe ich beschlossen, morgen früh noch mal zur Arge zu fahren. Die haben verschlossene Glastüren und da werde ich von außen folgenden Zettel dran bappen:

Ich möchte gern in Teilzeit ab Februar an einem Kurs eines Anbieters teilnehmen. Und für meine Zettel, es sind drei, habe ich mich heute ins Getümmel geworfen, weil wir mal wieder kein Tesa-Film haben.

Ich weiß mir sonst keinen Rat mehr. Auf Anrufe reagieren die nicht, auf Emails auch nicht und angeschrieben werde ich sowieso nicht. Meine Zeit läuft ab….

Lockdown

Die Schulen machen zu. War klar. Die Kinder sollen wieder zuhause unterrichtet werden, wegen mir.

29 kleine Säckchen, die der Weihnachtsmann nicht persönlich, eigentlich überhaupt nicht mehr bringen kann….
Mein Corona-Weihnachtsmann mit einer Maske für über die Maske. Er kommt zumindest am Heilig-Abend, wenn nicht noch mehr Corona dazwischen kommt.

Am Samstag war ich völlig genervt und überfordert. Also habe ich einen gedeckten Apfelkuchen gebacken. C. ging es nicht anders. Er stellte Keks-Teig her, um mit drei kleinen Mädchen zu backen.

Zwei Kilo Mehl waren doch etwas viel. Er war froh, als ich von der Putzerei bei Omma wieder da war und mitglasierte….

Am Samstag habe ich C. hoch gejagt.

„Fahr einen Baum kaufen! Die sperren uns wieder ein.“

„Ich habe noch Zeit.“

„Nein, hast du nicht. Fahr einen Baum kaufen mit Mini!“

Als er dann den Baum aufgestellt und den Weihnachtsschrunz aus dem Keller geholt hatte, stelle er fest, das wir keine Spritze für den Baum haben.

„Haben wir doch!“ Ich brauchte nur ein Brotmesser.

Draußen_Kugel abgesägt, zack : Baumspitze. Fertig. Die Kinder haben ihn geschmückt und meine Mutter, die auf einen Kaffee rum kam, erklärte immer, sie sollten doch leise sein, wenn Erwachsene sich unterhalten.

„Boah, Mama, lass sie doch !“

Der Trend zum Hund

„Oh, der ist aber schön!“

„Ja, er kommt aus Rumänien, ist ein Straßenhund und etwa zwei Jahre alt.“ Das er soviel wieg wie sein Besitzer und letzterer mal gerade einen Kopf größer ist als der Kopf des Hundes ist offensichtlich. Und auch hier ist schon der dritte Hundtrainer an Board, der dritte in drei Monaten.

Einfach ist es eben nicht.

Der Trend zum Zweithund! Ein kläffendes Rudel, an der Leine zerrend, im Chor mit dem „Aus!Aus!Aus!“ oder dem schweratmenden Schweigen des Besitzers, je nach Größe. Die dicke Nachbarin hat es gut, auch wenn ihr asugewachsenes Rudel an der Leine zieht, sie hat genügend Gegengewicht, sie darf nur nicht loslassen.

Alls zugelassen Hundeerziehungshilfsmittel sind vom Esszimmerfenster aus zu bewundern und auch der Halti vor der Brust ist bei einem andere Hunde fressen und lautstark attackierenden Hund genauso hilfreich wie ein Teelicht.

„Mama, wer ist denn das, der seinen Hund da gerade in euren Garten pissen lässt?“

„Das ist der Hund der Nachbarin, ein Malteser. Die Hausverwaltung hat das erlaubt.“

„Auch, das der in den Garten pisst?“

„Sie macht die Häufchen ja weg. ..“

„Ja, aber die Lulle kriegt sie mit ner Plastiktüte nicht hoch! Mal ehrlich, Mama, da hinten ist ein Feld für Hund und in die andere Richtung der Kackewald!“

„Ja, ich weiß!“

„Und der Malteser sieht aus wie ein Westhighland-Terrier.“

„Neee, das ist ein Malteser.“

„Okay, sieht aber nicht so aus.“ Und dazu kommt noch der Dreck von den Rillen der Schuhe der Nachbarin, die oben im Haus wohnt. Sie darf das, sie war lange in einer psychiatrischen Einrichtung. Finde ich jetzt persönlich nicht ganz so in Ordnung, aaaaber….ich putze das weg.

„Wilma, kannst du mir erklären, warum die jetzt alle Hunde haben?“ Aus dem Tierschutz, aus Rumänien, Spanien, Griechenland (warum eigentlich nie aus England?).

„Hm, die haben alle mal gehört, das man mit Hunden bei Corona noch raus kann. Aber was machen die mit denen, wenn das wieder in den Urlaub geht?“

„A7, Rasttätte Harz, Laterne hinten links.“

Alles Corona geschuldet!

sagt Doro immer, wenn wieder was ist. Das ist alles wegen Corona.

Aha. Ich will ja mal nicht unhöflich sein, aaaaber…..Es reicht!

Im Juli stand an, Olaf einzuschläfern. Er hatte gebissen und sich noch einige andere Unarten zugelegt.

Ein Jahr lang habe ich eine Hundetrainerin bezahlt, die zweite übrigens, die mir Tips gab, die einfach nichts brachten. Wenn er ans Fenster lief und die Blumen runter riß und das Fenster bellend vollspuckte, dann sollte ich mich mit dem Rücken zur Straße ans Fenster stellen, dann würde Olaf das alles nicht mehr interessieren.

Das Einzige, was ihn nicht interessierte, war die Tatsache, das ich mit dem Rücken zu Straße stand. Wenn er auf seinem Platz bleiben sollte, dann sollten wir ihn nicht wieder von seinem Platz lassen und uns letztendlich mit einem Stuhl davor setzen. Es kann keiner von uns den ganzen Tag auf einem Stuhl vor dem Platz sitzen.

Leinen gehen war von je her eine Katastrophe. Hundetrainerin Nummer eins erklärte mir, ich müsse ihn nur auslasten z.B. mit einem Ball. Der Ball interessierte Olaf draußen genauso viel wie Fleischwurst, nämlich gar nicht. Und dann sollte ich ihn loben, wenn er nur in meine Nähe kam, was jetzt nicht so hilfreich war, wenn man draußen ohne Leine unterwegs war und er zurück an dieselbe musste. Ihr kennt das. Der Hund hat Freilauf und dann kommt Oskar und dann muss der eigene doch besser an die Leine. Da ist es durchaus nicht ausreichend, wenn der Hund wohlwollend auf drei Meter Abstand in die Nähe kommt.

Also hingen wir an der Leine, versuchten diverse Halsbänder, auf Empfehlung auch ein Geschirr und, nachdem der Hund an der Rollleine, damit er auch an der Leine eine größere Bewegungsfreiheit hat, mich ins Krankenhaus gebracht hatte, kam Hundetrainerin Nummer 2, die erklärte, wir sollten immer an den Mauern, die die Grundstücke und unsere Einfahrt hier begrenzen, vor dem Hund an der Mauer entlang gehen und wann immer er sich vorbei drängen wolle, sollten wir ihm auf die Pfoten treten.

Okay, auch das und dafür 200 Euro jeden Monat. Und gebracht hat es nix.

Also dann auch ohne sie, keinen Urlaub mit dem Hund, keinen Waldspaziergang mit Hund und Kindern, Er begann, die Kinder zu zwicken, versuchte, deren Streitereien zu schlichten und ging dazwischen, als sich zwei von den Großen zu prügeln versuchten.

Er klaute das Essen vom Tisch.Ja, ich war auch in einer Welpengruppe von einem kleinen Hundesportverein, aber die sahen den Olaf da nicht gern, was ich bis heute nicht verstehe, denn er war echt lieb , und dann in der vom Diensthundesportverein und da kamen Leute, die hatten sowas ähnliches wie Olaf und wir flogen nach Weihnachten raus, weil da ganz viele kleine neue Welpen kamen und Olaf schon recht groß war. Danach kam die Gruppe der Dressurhunde dieses Hundesportvereins und weil alles nicht funktionierte, bot mir jemand, der mir eine Einzelstunde verpasste an, mir am nächsten Samstag auf dem Parkplatz zu zeigen, wie man Olaf weh tut, damit er hört. Ich bin da nicht mehr hingefahren.

Ich habe eine Maulschlaufe, auch Halti oder Hölti genannt, gekauft und Olaf zerkratzte sich während des Spazierganges das Gesicht. Ich habe ein teures Geschirr gekauft, aber der Zug war noch schlimmer.

An einem Camping Wochenende biß er beim Zeltaufbau einfach die Leine durch, also mussten wir eine neue kaufen und man verkaufte mir so ein Ganz-Körper-Gerät, das denn Hund zusammen zog, wenn er selbst zog. Es lief unter den Hinterbeinen durch und schrammte die Haut auf.

Wir waren mit ihm an Hundestrand in diesem Urlaub . Und weil niemand da war, durfte er frei laufen. Er markierte an drei Ecken und weil er klein war, lief er auch noch ohne Leine, als die Frau mit Kind kam. Das Kind wollte zu meinen ans Wasser, betrat das von Olaf markierte Dreieck und er rannte es um. Das Kind weinte, die Frau lachte und ich leinte den Hund an und setzte mich mit ihm an den Strand.

Er zerkratzte die Türen, haute über das Dach von der Garage ab, weil er über das Spitzdach auf die höhergelegene Einfahrt des Nachbarn davon dampfen konnte, jagte die Katzen durch das Haus und ließ uns die Einkäufe nicht einfach reintragen, sondern brachte so manchen mal eben zu Fall, weil er sich „so freute“.

Ich habe mich letztendlich so über den Hund geärgert, dass ich ihm ein Halsband mit Straßsteinchen genäht habe. Die rosane Farbe ist eher für die Nachbarn.

So. Nun kam also der Tag, an dem er C. in den Arm gebissen hatte. Tierarzt. Frau Tierarzt hielt drei Meter Abstand, traute sich nicht mehr, sich zu bewegen und verwies mich an die Koryphäe des Hundetrainings in unserer Region. Er hörte sich alles an, hatte schon genug gesehen, als wir versuchten den Hund aus dem Auto zu holen und nicht umzufallen, und erklärte, wir sollten ein Blutbild inkl. der Hormone machen und der Hund sollte das Futter vorgestellt bekommen und wenn er den Kopf hebe, dann sollte ich ihm das wegnehmen.

Also fuhren Mal und ich zum Tierarzt, um das Blutbild machen zu lassen und wir waren zu viert ohne die Tierärztin, Mal und ich mussten den Kopf samt der Maulschlaufe halten und zwei andere hielten den Körper. Seit dem verweigert der Tierarzt die Behandlung meines Hundes. Er hat da niemanden gebissen und war wieder ruhig, als alle ihn losgelassen haben und die Maulschlaufe ab war.

Das Blutbild war in Ordnung und man bot mir an, wenn die Koryphäe nicht helfen könne, ihn einzuschläfern. Die Tierärztin hatte mir gesagt, das es einen geringen Prozentsatz unter den Hunden gibt, die irgendwie ein bisschen entwicklungsresistent sind. Denen kannste nicht richtig viel beibringen, die haben irgendwie ihr eigenes Ding.

Also versuchten wir es mit dem Futter. Wir sollten uns nach einer Woche wieder melden. In der Woche hat mein Hund nur einmal die Portion, die die Koryphäe auf einen kleinen Plastikbecher voll Futter herunter gesetzt hatte, gefressen. Es interessierte den Hund nicht, obwohl ich peinlich genau darauf achtete, dass er weder an Brot von den Kindern, den Müll, Katzenfutter oder irgendwas anderes kam, er wurde dünn. Man konnte zugucken.

Ich schrieb das der Koryphäe und bekam zur Antwort, dass er uns nur helfen könne, wenn alle aus der Familie genau das machten, was er sage, worauf hin ich ihm antworten musste, dass meine Mutter und auch meine Tochter geantwortet hatten, sie würden sich daran nicht gebunden fühlen.

Die Antwort war ernüchternd, er könne uns nicht helfen. Tierheim war keine Alternative, weil er aufgrund seines Verhaltens und seines Alters dort eher recht geringen Vermittlungschancen hatte. Okay, neuer Euthanasie-Termin und einen Tag vorher der Anruf und die Telefonnummer von Küsten-Köter in Bad Segeberg. Und da sind wir mal echt aufgehoben, weil die Tipps tatsächlich funktionieren. Wir waren dank Corona erst zweimal da. Und der erste Tipp war, den Hund zu verwirren, damit er auf hören würde, alles zu kontrollieren. Und ich fing an, den Hund wegzusperren und nicht mehr die Kinder. Und habe ihm den Prototyp ausbruchsicheres Halsband gebaut. Er trägt zwei, weil er der Meister der Entfesselung ist.

Ich kaufte eine Wurfkette, die eine Zeit lang durch ihr Geklapper half, aber nur, wenn mein diskussionsfreudiger Hund das zu ließ. Aber eben nicht dauerhaft. Wahrscheinlich denkt mein Hund, ich quietsche oder bin kaputt, wenn ich Geräusche mache, denn mit “ Nein“ und „ähäh“ ist genau dasselbe auch schon passiert. Aber das hatte der Mann von Küstenköter ja schon gesagt. Es geht nur wortlos mit Bewegung und Buffe hier und da. Der Mann von Küsten-Köter hatte mir gesagt, ich solle dem Hund, der mich auf Schritt und Tritt verfolgte, Dinge hinterher werfen, eine Plastik-Flasche zum Beispiel, weil ich von ihm sogar beim Duschen oder auf der Toilette beobachtet wurde und er, wenn ich ihn aussperrte, die Tür zerkratzte. Ich habe alles mögliche geworfen, nicht nur die Kette, die klirrend gegen die Wand krachte. Zwiebeln, wenn ich in den Keller ging und er die Treppe runter starrte und mir den Weg versperrte, wenn ich den Wäschekorb hoch hievte, Plastikbecher und einmal, weil ich nichts anderes hatte, den Wischmopp-Halter, der am Türrahmen hängen blieb und mir Ärger mit C. einhandelte, weil der den gerade frisch gestrichen hatte.

Nun hatte ich von Küstenköter die Aufgabe, 500 Meter solle der Hund an durchängender kurzer Leine bei mir gehen. Das klappte relativ gut, am ersten Tag, am zweiten und dritten, schon nicht mehr, am vierten gab es einen Hoffnungsschimmer am Horizont…..Seit zwei Monaten bin ich dabei und es läuft relativ gut, es sei denn, es kommt ein Hund , oder ein Motorrad, oder ein Jogger, oder ein Fahrrad oder oder….Aber der Weg bis zur Übungsrunde allein war der Horror wie in den ganzen Jahren davor.

Der Mann von Küsten-Köter hatte gehofft, mein Hunde werde das auf die lange Leine Übertragen. Aber Olaf tut es einfach nicht.

Also habe ich angefangen, es selbst auf die lange Leine zu übertragen. Am ersten Tag half ein Geräusch, das er nun nach zwei Wochen geflissentlich ignoriert, also wende ich, er muss sich setzen und ich warte, bis er mich nicht nur ein bisschen anschaut sondern richtig und dann geht es weiter und kurz bevor die Leine wieder richtig Zug aufnimmt, kommt die Wende. Und wenn das nicht klappt, dann buffe ich ihn mit der Hand in die Seite.

Was habe ich erreicht? Ich habe es geschafft, dass er schlafen kann. Er muss nicht mehr aufspringen, wenn sich die Kinder im Haus streiten. Er hebt zwar noch manchmal schmatzend den Kopf, aber er bleibt liegen. Wenn Besuch kommt, bringe ich ihn in den Wintergarten. Dort hat er einen zweiten Platz an der Heizung und er kann sich während des Besuches einfach ablegen. Nicht immer. Manchmal sitzt er völlig aufrecht auf dem Teppich im Verbindungsgang zum Wintergarten, aber er kratzt nicht mehr und hechelt nicht mehr völlig aufgeregt, so dass der Boden vom Sabber klatsche nass ist und die Räume stinken. Er rennt nicht mehr aus dem Haus, wenn die Tür einen Spalt auf ist und kann in den Garten, weil er nur noch mit mir hoch geht, nicht mehr wie ein Wilder alles kaputt rennt und auch nicht mehr über die Garage abhaut. Er schnappt auch nicht mehr nach den Füßen der Kinder, wenn diese schaukeln.Ich brauche mittlerweile keine Leine mehr, wenn ich ihn in den Wintergarten schicke, was ich auch dann mache, wenn ich das Haus verlasse. Und wenn es doch mal nicht ganz so klappt, also wieder rückwärts geht, dann mache ich einfach die Reste vom Vorführstrick an seine Leine und er bleibt liegen, wie wenn er angebunden wäre.

Aber : er kann schlafen. Durchaus auch schon mal so tief, dass ich dachte, er ist tot. Ja, vom Tierarzt hatten wir auch CBD -Tropfen, die aber so hoch dosiert sein müssen, damit sie wirken, dass er Durchfälle bekommt.

Ich kann auch schon am anderen Ende der Wiese an seinem Erzfeind vorbei gehen. Noch nicht leger, aber auch ohne den Leinentanz.

Hier gibt es noch mehr eigene Hunde in der Straße. Und wir haben stillschweigende Vereinbarungen. Der Tierschutzhund von Haus am Ende der Straße verschwindet immer mit seinem Frauchen hinter den Autos und ich sehe zu, zügig vorbei zu kommen. Der Hund wie Olaf in weiß setzt sich ab und ich sehe zu, zügig an ihm vorbei zu kommen. So lange sich alle nicht sehen, ist es in Ordnung. Morgens um halb sieben geht der Hund unten von der Straße hoch ins Waldgebiet und ich gehe runter auf die Wiese am Friedhof vorbei. Und die dicke Frau mit ihren zwei Hund lässt den Tierschutzhund nicht mehr ohne Leine, weil er den Hund von unten an der Straße schon gebissen hat und meinem Hund den halben Feldweg hoch nachgesetzt hat.

Wir haben Regeln. Keiner will Stress. Und mit Corona sind ganz viele neue Hunde rings um die Häuser eingezogen und viele haben sich einen Zweithund zugelegt und haben jetzt ein kläffendes Rudel.

Es hat drei Jahre gedauert, bis der Hund nicht nur nach Hause gezogen hat. Es hat fünf Jahre gedauert, bis der Hund auch mal mit wem anders rausgegangen ist als mit mir. Ich weiß nicht, ob man sich das vorstellen kann, aber wenn C. oder D. mit ihm raus wollten, setzte er sich einfach hin und guckte nach mir. War nicht einfach für mich mit Krücken.

Als ich im letzten Jahr im Krankenhaus war, hörte er auf zu fressen.

Warum schreibe ich das? Weil mich gestern eine Frau mit einem wandelnden Flokati angemacht hat, als ich Olaf an der Leine voran bringen wollte, nachdem wir uns hinter einem Auto versteckt haben. Leider ist er nicht so wie der Tierschutzhund und ignoriert alles hinter dem Auto, er reagiert da schon. Aber sie ging mit ihrem Flokati, dem es offensichtlich reichte, einmal am Wald runter zu gehen und dann wieder hoch, nicht weiter und als ich meinen Hund maßregelte, schrie sie „Hey!“ und meinte mich damit maßregeln zu müssen.

Leider konnte ich nicht stehen bleiben, um das mit ihr auszudiskutieren. Ich habe hier 40 Kilo Hund, der schon als Welpe eine brennende Kippe ausgetreten hat und es nicht gemerkt hat, der einen hohen Schutztrieb hat und alle neuen Hund im Viertel, und es sind dank Corona echt viele geworden, versucht, aus dem Fenster heraus bellend zu vertreiben. Und es ist richtig toll, wenn ich über die Wiese gehe und jemand schmeißt seinem schwarzen Schäferhundähnlichem immer wieder einen Ball zu und sieht uns und schmeißt den Ball dann in unsere Richtung. Olaf ist kein Toy-Pudel und der Labrador-Schäferhund-Mix, den ich gekauft habe, sicherlich auch nicht. Was auch immer er für eine Mischung ist, er hat es verdient, dass ich dafür sorge, dass er keinen Ärger bekommt. Und ich muss mal ehrlich sagen, manchmal würde ich gerne sagen: „Schätzelein, kommt, Mutti macht mal die Leine los und du darfst das klar sprechen.“ , vor allem bei Leuten, die ihren Scheiß-Ball in unsere Richtung schmeißen oder aber ihren Hund an der Schleppleine einfach auf uns zuspringen lassen.

Ich habe im Übrigen auch das Geschirr gekauft, das man vor an das Halsband macht. Und einen Maulkorb, den findet er schon toll, es sei denn, wir gehen raus, dann versucht er sich das Ding von der Nase zu kratzen und zwar so, dass er sich selbst weh tut.

Die Tipps von Küstenköter funktionieren. Ich nerve den Hund, wenn er sein Programm laufen lässt und wenn nerven nicht reicht, dann buffe ich ihn halt. Und ich weiß heute nicht, wo morgen das Training wieder beginnt, aber ich habe ihn geholt und es ist meine Verantwortung. Und wenn andere Leute Hunde haben, die so leger sind, dass sie sich für nichts interessieren, dann ist das wirklich, wirklich toll. Aber ich habe so einen nun mal nicht und nach dem Gespräch mit der Frau vom Ende der Straße weiß ich nun, dass auch bei ihrem Hund nicht all die tollen neuen Regeln funktionieren und wir lernen müssen, die Sprache zu sprechen, die unser Hund wirklich versteht.

Doro, Corona und ich

Wir haben ja die Zahlen verfolgt, die Doro und ich. Es war wie Kontrolle. Und dann wurden sie im Fernsehen komisch. Also irgendwie passte das nicht mehr so richtig zusammen. Anfangs war es ganz einfach, ich konnte drei Tage die neuen Zahlen anhand des R-Wertes für den nächsten Tag ausrechnen und dann wurde es doof, weil es ging so nicht mehr.

Und auch unsere Zahlen hier vor Ort konnten wir nicht mehr verstehen, weil die immer, wirklich immer anders waren als beim RKI. Also hat sich Doro eine Exxel -Tabelle gemacht und jeden Tag brav die Daten eingetragen, die unser Landkreis auf seiner Homepage veröffentlichte.

R-Wert war ein Thema.

„Doro, einfach Sache das. Du nimmst die Zahl von heute und teilst sie durch die von gestern.“ klugscheisserte ich. Hatte ich es immerhin im Fernseher gehört und schon festgestellt, das damit auch der R-Wert im Fernseh nicht mehr zu berechnen war.

Aber Doro machte das und kam nicht auf den R-Wert.

Okay. Dann nehmen wir doch mal den Inzidenzwert. Dafür hat Doro bei der Landkreis-Hotline hier vor Ort angerufen, aber die Frau am Telefon konnte Doro auch nicht sagen, wie man das ausrechnet. Aber sie hatte eine Telefonnummer in Hannover.

Klar hat Doro da angerufen, aber Klarheit brachte das nicht. Seit Wochen bekomme ich nun morgens von ihr die aktuellen Zahlen und die Frage, wie sich das berechnet, denn egal, wie Doro die Formel aus Hannover anwendet, sie kommt nicht auf die Werte.

Also habe ich gegoogelt. Die Fälle der letzten 7 Tage werden addiert durch die Anzahl der Einwohner im Landkreis geteilt und mal 100.000 genommen.

Easy, oder? Die Formel mit Quelle habe ich Doro geschickt und weil ich noch Zeit hatte, habe ich die mit den Zahlen von hier mal gerechnet.

„Stimmt auch nicht. Kommt auch anderes raus.“ Das habe ich Doro dann doch geschrieben.

Am Ende bleibt: Wir wissen es nicht, tauschen uns weiter über die Zahlen aus und schütteln weiter den Kopf.

Brief an unseren Oberbürgermeister

Der ist schon ein paar Tage her und ich sah mich genötigt, ihn zu schreiben, weil nach der Eröffnung einer Außenstelle der kleinen Grundschule einen Tag vor der Abstimmung über den Umzug unserer kleinen Grundschule in die Räumlichkeiten der katholischen Grundschule und die wiederum in die Räumlichkeiten der unserer kleinen Grundschule, also weil einen Tag vor der Abstimmung im Rat vom Oberbürgermeister ein neuer Vorschlag, nämlich eine Außenstelle unserer kleinen Grundschule kam, musste ich ihm schreiben.

Und weil einer der Ratsherren eine Email einiger Worte würdig fand, er erklärte nämlich, der Schreiber habe kein Zuhause gehabt, was ja nicht stimmt, weil ja jeder irgendwie ein zuhause hat, veröffentliche ich sie mal hier:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

es war so klar. Sowas von klar. Schon nach der Sitzung am 4ten November war klar, da kommt die nächste wenig praktikable Idee.

Außenstelle Schiller-Schule. Warum gibt es eigentlich keine Außenstelle Ratsgymnasium? Da hätte man sich doch glatt die Kosten für die Container gespart.

Haben Sie sich eigentlich mal wirklich mit dem Schulalltag auseinandergesetzt? Also ich meine nicht mit Kekse-Backen für die Weihnachtsfeier und Kindertransport?

Eine Außenstelle der Schiller-Schule. Ernsthaft? Wer kümmert sich um Rolf-Rüdiger, wenn der fröhlich durch die Klasse kotzt und von Mutti abgeholt werden muss? Bisher mussten die Mitschüler da nicht zu gucken. Die Sekretärin der Schule hat sich drum gekümmert. Oder er braucht einen Krankenwagen. Da stehen jetzt alle Mitschüler drum rum und dürfen auch mal auf den Bruch drauf drücken, oder wie soll das sein? Oder soll die Sekretärin jetzt pendeln? Nach dem Motto „Unfälle und Erkrankungen nur zwischen 10 und 12 Uhr, da ist die Sekretärin im Haus“. Thema : Aufsichtspflicht.

Die Lehrer der ersten Klasse unterrichten auch durchaus Fächer in den höheren Klassen, aber das fällt dann klar weg. Oder haben Sie schon unter Einhaltung der StVO die Wegstrecke Schiller-Schule-Georgenberg gefahren? Hatten Sie gar vor, Elon Musk für seinen Hyperloop ins Boot zu holen, damit die Logistik zwischen Hauptsitz und Außenstelle möglich ist?

Wenn eine Lehrkraft auf dem Weg zur Außenstelle aufgehalten wird, bekommen dann die Eltern per Broadcast die Mitteilung , sie mögen warten wegen der Aufsichtspflicht?

Kein klassenübergreifender Schulchor mehr für die Schiller-Schule? Goslar entdecken und vieles mehr ist dann nur noch für die höheren Klassen. Hausaufgabenbetreuung? Sollen die Erstklässler dann zum Hauptsitz gehen? Ich denke, das Argument ist immer „kurze Wege, kleine Füße“. Oder stellen Sie sich vor, wenn da nur drei Erstklässler zur Hausaufgabenbetreuung sind, das dann da extra eine Betreuungskraft abgestellt wird? 1 Betreuungskraft für 15 Kinder, so ist der Schlüssel.

Und Eltern, die schon ein Kind auf der Schule haben, die schulen dann nächstes Jahr ihren weiteren Nachwuchs in der Außenstelle ein. Das Einzige, was an dieser Geschichte gut ist, ist, dass es auch die Eltern trifft, die immer neue Vorschläge machen und mit Hätte-Hätte kommen.Die dürfen sich dann überlegen, wer wie abgeholt oder gebracht wird.

Und ab welcher Klassenstufe erfolgt der Umzug in den Hauptsitz? Oder hatten Sie einen schleichenden Umzug vor so über die nächsten zehn Jahre?

Mal ehrlich: Außenstellen funktionieren schon bei Behörden nicht, aber für eine Schule soll das gehen?

Es wird wirklich zur Farce. Goslar, die Stadt mit Schulen in Containern und Außenstellen. Und das Argument, die Stadt müsse nur Geld in die Hand nehmen und dann wäre das Problem zu lösen – mal ehrlich, man kann nur in die Hand nehmen, was man hat. Und da wird auch Goslar in den nächsten Jahren nicht viel zum In-die-Hand-nehmen-haben.

Nee, ich war auch nicht begeistert von einem Umzug. Ja, Sie und die Ihren hätten schon vor Jahren gemusst. Haben Sie aber nicht.

Aber wir sind im Hier und Jetzt und hätte-hätte ist überflüssig.

Und im Hier und Jetzt kann man nur mit den vorhandenen Möglichkeiten eine Lösung suchen. Und der Vorschlag der Stadt, von Herrn Busse und Herrn Siebert vorgetragen, die auch aufgezeigt haben, was alles geprüft worden ist, ist innovativ, ökologisch vertretbar und bezahlbar. Da hat man doch in Ihrer Behörde wirklich solide Arbeit geleistet. Das ist alles mit Zahlen belegt. Und Herr Busse und Herr Siebert, die haben sogar den nächsten Vorschlag von diese Zwergenschule geprüft. Und ich denke, die haben eigentlich noch mehr zu tun als stundenlang mit Politikern Zahlenspielereien durchzugehen, die doch nur wieder zu dem Ergebnis führen, der von der Stadt gemachte Vorschlag ist der einzige, der lösungsorientiert ist.

Stellen Sie sich doch einfach mal vor, das Schulgebäude in der Zehntstraße wäre über Nacht unbrauchbar. Gasexplosion, alle Zimmer voller Schwarzschimmel, Wasserschaden, irgendwas. Wollten Sie dann Container aufstellen, Straßen sperren? Dann müsste auch eine andere Lösung her.

Ja, ich weiß. Jetzt kommen die Eltern mit dem Argument „Kinder“. Und ich habe das Privileg, offen reden zu dürfen. Ja, die Kinder, die wollen ja nicht umziehen. Stimmt. Wollen die generell nicht. Nicht von der vierten Etage Sozialbauwohnung aufs Dorf oder sonst wohin. ABER: Wenn die Eltern einen besser bezahlten Job ist Castrop-Rauxel bekommen, dann müssen die Kinder mit umziehen und zwar richtig inklusive neuer Schule. Oder glauben Sie ernsthaft, die Eltern schlagen das aus?

Ja, ich weiß. Die Diskussion bekommt ein Niveau, bei dem man sich so tief bücken muss, dass man schon beim Runter-Bücken Angst hat, nie wieder den aufrechten Gang zu erlangen. Aber gucken Sie auf die Zahlen. Schauen Sie sich die Arbeit Ihrer Leute an, das spricht alles definitiv für sich.

Ich war froh, als Sie sich positioniert hatten. Und nun wieder ein Wechsel. Wozu? Was haben Sie davon? Was ist das für ein Statement von Ihnen im Bezug auf die von Ihren Mitarbeitern bisher geleistete Arbeit ?

Zum Christentum gehört klar die Nächstenliebe. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Wie ist das vereinbar mit der Tatsache, das einige Kinder alle Fördermöglichkeiten haben und anderen diese abgesprochen werden, weil es bei diesen nicht die notwendigen Räumlichkeiten gibt? Und bei der von der Stadt dargestellten Lösung des Umzugs inklusive Neugestaltung des Schulhofes für Kaninchen und was nicht alles in der Zehntstraße kämen alle Kinder zum Zug. Mal ehrlich: Irgendwie selbstredend, wenn die Eltern der Kinder einer katholischen Grundschule unterstützt von den christlichen Parteien gegen einen Umzug Sturm laufen, der bisher Benachteiligten die nötigen Fördermöglichkeiten eröffnet. St. Martins Reliquie müsste doch bei solchen Sachen in seinem Reliquiar rotieren.

Mit Ihrer Außenstelle ist das Problem der zu kleinen Klassenräume in der Schillerschule doch auch nicht gelöst. Wer haftet da eigentlich, wenn es mal brennt und die Räume weiterhin überfüllt sind?

So, und wenn Sie jetzt vielleicht doch noch eine Lösung suchen: Mein Mann hätte da eine. Sie überlassen den Leuten mit den seltsamen Lösungen das Schulgebäude in der Zehntstraße gegen Nutzungsentschädigung. Die machen ihre eigene Schule auf, das geht nämlich.

Und für die Pädagogen, Sekretärin, Hausmeister und Putzfrau und Schüler der Schiller-Schule suchen Sie einfach ein geeignetes Objekt und lassen sie umziehen. Fertig.

Und falls Sie doch eher noch ein paar obskure Ideen brauchen, rufen Sie mich an. Ich helfe da immer gern kreativ aus. Blöde Ideen kann ich.

Mit freundlichen Grüßen,

S H

als Bürgerin und Mutter

Ich habe in meinem Leben noch nie sowas gemacht, aber ich musste aufstehen, als die Elternvertreterin der Klasse meiner Mini Druck machte, wir sollten uns gegen einen Umzug stellen und dann den Satz schrieb: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ . Da fiel bei mir eine Klappe.

Die Schiller-Schule darf zum nächsten Schuljahr umziehen und die katholische Worthschule mit halb so vielen Schülern zieht in die Räumlichkeiten der Schiller-Schule.