Telekom und ich

Die Telekom ruft an. Und sie hat Ausdauer.  Sie ruft immer wieder an, aber mal, wenn ich auf Arbeit bin und das Handy im Schrank liegt und mal nachmittags, aber da liegt das Handy in der Handtasche und ist stumm. Aus irgendeinem Grund musste es stumm sein und ganz oft vergesse ich das dann.

Nachdem sie eine Woche angerufen hat, die Telekom und auch noch unter zwei Nummern, entscheide ich mich, zurück zu rufen. Unter der einen Nummer bekomme ich die Ansage, das grad keiner da ist, unter der anderen Nummer meldet sich ein Telekom-Mitarbeiter mit der typischen Grußformel, spricht mich mit Namen an und fragt, wie er mir helfen kann.

„Ja, das weiß ich doch nicht. Sie rufen doch dauernd bei mir an.“

Er wolle mal nachschauen, worum es geht, stellt fest, dass es nicht um Finanzen geht, bedankt sich, das mein Handy das Telekom-Netz benutzt und würde mir gern einen Festnetzanschluß verpassen.

„Hab ich schon.“

„Bei der Telekom?“

„Ja, bei der Telekom. Läuft nur nicht auf meinen Namen, sondern auf meinen Mann.“

„Haben Sie schon mal was von Magenta gehört?“

„Ja, habe ich. Ich habe bei Markteinführung selbst bei der Telekom im technischen Service gearbeitet und würde 10 Euro sparen, hätte aber dabei kein Miethandy. Also lassen wir alles so, wie es ist. Denn so ist es gut.“

Er verspricht, mich aus dem Werbepool rauszunehmen und fragt nach dem Namen des Telekomfestnetzanschluß-Inhabers. Ich nenne ihm den Nachmnamen.

Ende Gespräch eins.

Tags drauf sitze ich in der Raucher-Ecke auf der Terasse und will telefonieren und die Telekom ruft an. Diesmal die andere Nummer. Ich bin erstaunt, sollte ich nicht aus der Liste der terrorisierbaren Telekomkunden gestrichen werden?

Eine Frau ist dran. Sie bedankt sich, dass ich schon so lange Telekom-Kunde bin ( und das findet man beim soundso vielten Mal echt lästig und ich frage mich nach Alternativen) und weil ich schon so lange Telekom-Kunde bin, will man mir was schenken.

Aha.

Für 39,95 Euro pro Monat.

Und ich denke, sie redet von meinem laufenden Vertrag. Da würde ich dann nämlich was sparen.

Also für den genannten Betrag bekomme ich ein mördermegagroßes monatliches Datenvolumen und kann dann überall surfen.

Aha.

Und für 9,95 Euro pro Monat bekomme ich ein nagelneues Samsung-Tablet dazu, mit dem ich dann überall online sein kann.

„Wie?“ Ich komme da nicht mehr durch und denke darüber nach, ob man die 10 Euronen für so ein Tablet nicht ausgeben könne, um meinen Mann mit einem nagelneuen Tablet zu erfreuen. „Und das bekomme ich geschenkt??“

„Nein, ich habe Ihnen ja am Anfang gesagt, der Vertrag kostet 39,95 Euro und für 9.,95 Euro gibt es das Tablet dazu.“

„Also ein zweiter Vertrag?“

„Ja.“

„Das brauche ich nicht.“ Und damit sie mir nicht wieder mit irgendwelchem Datenvolumen kommt…“Das bisherige Datenvolumen brauche ich ja gar nicht auf. Videos gucke ich nicht. Und mein Handy  dient nur  als Navi, aber da haben wir jetzt auch eins im Auto.“

Seit wann bezahlt man seine eigenen Geschenke und was bitte soll ich denn mit einem Tablet?

Wir verabschieden uns.

Tags drauf klingelt das Festnetz.

„Hallo?“

Grußformel Telekom. Die Dame fragt mich, ob sie mit Herrn R. (Anmerkung: Inhaber des Anschlußes) spreche.

„Nein.“ Der Hundetrainer nannte meine Stimme zu hoch und Lehrer wollen immer meine Mutter sprechen, wenn ich am Telefon bin. Aber die Telekom, die hält mich für einen Kerl. Arbeiten da nur Eunuchen?

„Also mit Frau R.“

„Nein. Wir gönnen uns den Luxus eigener Nachnamen.“ Ich nenne ihr meinen.

Ob ich Entscheidungen bezüglich des Festnetzvertrages treffen dürfte, will sie wissen.

„Ja.“ Abwimmeln darf ich.

Und es fängt wieder an, ob wir nicht einen neuen Vertrag machen wollen. Wegen dem Entertain. Mehr Datenvolumen blablabla.

„Wissen Sie, wir haben  Ihren Kollegen schon mehrfach folgendes mitgeteilt: Ja, wir wissen, dass die Telekom hier das Netz ausbaut und oben an der Straße ein neuer Schrank steht. Die Strippe von da bis zum Haus ist aber immer noch von 1939 verdrilltes Kupferkabel. Nein, wir möchten nicht mehr Datenvolumen. Je höher die Geschwindigkeit, desto anfälliger für Störungen. Sie könnten ja erstmal dafür sorgen, dass unsere 16000er ordentlich läuft. Die Wetterstörung haben wir nämlich immer noch. Und ja, WIR kommen auf Ihr Unternehmen zu, wenn wir eine Vertragsveränderung, explizit mehr Datenvolumen wünschen.“

Wir haben uns dann verabschiedet. An drei Tagen dreimal Telekom. DAS ist echt zu  viel.

Das ist schon rosaner Telefonterror.

Trecker-Handtasche

Jedes Jahr gehe ich und kaufe mir eine Sommerhandtasche. Die von vor zwei Jahren habe ich groß E. geschenkt, sie hatte mir diese gelbe Tasche immer wieder aus dem Schrank geholt und liebte sie sehr, ich hingegen war jetzt nicht ganz so glücklich….

Und wenn ich dann schon eine Weile hier und da und bei Amazon gesucht habe und nicht fündig geworden bin, dann gehe ich auch gern einfach mal in den Second Hand-Shop hier.

Ich gehe also rein.

Ob man mir helfen könne.

„Ja, ich suche eine Handtasche.“ und ich sage nicht, dass ich schon eine im Blick habe, auch wenn ich das Gold an ihr nicht mag, aber sie sieht so knautschig aus. Immerhin hatte ich hier auch meine himmelblaue knautschi-Sommerhandtasche aus dem letzten Jahr gefunden.

Sie zeigt auf ein Regal und sagt:“ Klar haben wir Handtaschen. Schauen Sie sich um! In einer Preisklasse von 25 bis 125 Euro.“

Ich danke ihr und gehe zum Regal.

‚125 Euro für eine Handtasche?! Wer macht denn sowas??‘ Aber das frage ich die Verkäuferin nicht. Und ich gucke mir die Handtaschen an. Die Knautschi in  Weiß finde ich toll, aber sie hat keinen Trageriemen. Und ich hatte doch gelesen,….Dahinter eine mit goldenen Kreisen auf weißem Grund. Boah, das würde eher klein E. gefallen….

Die Verkäuferin kommt zurück. Ob ich schon was gefunden hätte.

„Ja“, sage ich. Ich hole die Tasche vom Regal.“Die hier! Aber sie hat keinen Trage-Riemen. Und ich habe gelesen, das macht alt, wenn man eine Tasche mit nur Griffen trägt.“ Und ichg liebe solche Grifftaschen.

„Ach, was!“ Die Verkäuferin winkt ab. Ganz erfürchtig erklärt sie, dass es eine Fendt sei.

Und damit ist mir die Tasche noch sympathischer. Eine Tasche, die genauso heißt wie ein Trecker, daß paßt doch gut zu mir. Also kaufe ich die Trecker-Tasche und noch einen Rock. Die Verkäuferin hatte mir drei rausgesucht, weil bei hässlichen Beinen braucht man längeren Stoff, aber in dem einem sah ich aus wie eine Hausmeisterfrau auf Erotikkurs, im anderen biologisch abbaubar, also kam der mit dem schrillen Muster….

Zuhause erwarte mich C., dem ich stolz von der Trecker-Handtasche erzählte.

„Ach, das machst Du doch jedes Jahr.“ Das war schon enttäuschend. Klar mache ich das jedes Jahr, keine Ahnung, warum, aber ich denke, wenn ich an meine Schwägerin denke, die auch mal eine Handtaschenmacke hatte, dann wird das ein temporäres Laster sein. Ja, und dieses Jahr war es teuer mit 50 Euronen.

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So, da isse. Und weil die Verkäuferin so erfürchtig von „Das ist sogar eine F…“ sprach, habe  ich ich die Marke gegoogelt. Und es ist keine Fendt, was schon irgendwie enttäuschend ist, sondern eine etwas runtergewohnte Fendi. Und jetzt kann ich meine Sommerhandtasche nicht tragen, weil ja jeder denkt, ich gehöre zu solchen Leuten und so…vor allem, weil sie ja auch schon angescheddert ist, wegen der Schmarre.  Hätte sie die nicht, dann wäre sie teurer als mein Portemonaie mit zwei Wochen Haushaltsgeld. Maaaaaaaaaaaan. Wäre die doch bloß vom Trecker-Hersteller!

Als ich mit A. darüber sprach und fragte, wer denn 1000 Euro für eine Handtasche ausgibt, in der Preisklasse soll sie neu gelegen haben, da sagte A. nur:

„Diejenigen, die das Geld haben.“ Kluger Junge, mein Sohn; oder?

Alle Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch.

Erdbeeren. Nein, ich habe nicht auf unser Omma gehört und die alten Pflanzen mit Strunk und Stiel rausgerissen und gegen neue ersetzt, sondern habe sie gelassen in meinen ca. 6 mal 2 Metern Vorgarten.

Und in Runde zwei habe ich heute morgen die große Schüssel voll gemacht.

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Und morgen muss ich wieder raus, weil die Schüssel zwar voll ist, aber der Garten noch nicht leer und immer noch welche wachsen. Und als ich so durch das Beet stakste, die Erbeer-Pflanzen vorsichtig und behutsam….da stellte sich mir unter den Augen von Frau Dr. P., die an ihrem Fenster genau achtete, ob ich meine Arbeit ordentlich erledigte, genau also da stellte sich mir die Frage, ob ich nicht den Nachbarn wegen der Nachbarschaft was von meinem roten Reichtum geben müsste. Der Nachbarschaft wegen, zumal mir Herr. Dr.  P. ja Kirschen von seinem Kirschbbaum angeboten hatte.

Auch, als ich die Ausbeute des heutigen Tages in Marmelade und Kompott verwandelte, da stellte ich mir immer wieder die Frage, aber die Antwort hat sich erledigt, ist nichts übrig geblieben vom Verarbeiten.

C., der irgendwann in die Küche kam, um sich das Essen von gestern noch einmal warm zu machen, erfuhr von mir, dass ich denke, dass wir ein bischen, vielleicht sogar ein bischen viel Strafe für unsere Nachbarn sind. Für die hochkulitivierten Dr.’s von Nebenan, die einen Holunder weghauen, wenn er die Früchte verliert und Herr Dr. sich zum zweiten Mal auf den Sitzmöbeln der Terasse eine Hose verdorben hat, für Hampelsmanns mit den Eltern und der stinkenden Feuerschale auf der Terasse, für den Oberbrandmeister und seine Frau, die Tiere mal so gar nicht mag, und für Winters über uns, wobei Herr Winter ein Mann der katholischen Kirche, ….

„Ja, wir passen hier so nicht rein. Also nicht richtig.“ C. rührte sein Essen um. „Aber, was haben wir schon mit denen zu tun?“

Die Erbeeren bleiben meins. Ganz egoistisch. Sie sind für uns gewachsen.

 

Liebeserklärung

Mein Garten. Das ist eine von C.s Liebeserklärungen an mich. Den hat er für mich, für mich ganz allein mitgekauft. Er selbst hätte nur Rasenmäher, wenn überhaupt.

Jedenfalls wohnen über uns die Winters. Unser Grundstück hat Hanglage, dann kommt eine Stützmauer und etwa einen Meter fünfzig höhrer als unseres beginnt Winters Grundstück.

Als wir hier einzogen, kamen Winters und begutachteten die Mauer, weil sie gehört hatten, sie sei kaputt. Ist sie ja auch. Auf der Mauer war ein Zaun und direkt an schloß sich ein Dickicht aus irgendwas und Efeu. Aus den Fugen wuchs Efeu und Schöllkraut. Wir einigten uns darauf, dass ich die Fugen neu verschmierte, was ich auch tat. Das hielt gerade mal über den ersten Winter.

Als ich mich im nächsten Jahr wieder daran machte, die Dinger zu füllen, musste zwischen das Geschmiere Steine, weil ich in verschiedene Fugen meine Hand bis zum Handgelenk stecken konnte und hinten noch nicht ankam. Und ich rupfte Efeu und Schöllkrau, Steinbrach und schnitt den Überhang, der wie ein großer Baldachin mein Bett beschattete und trocken hielt so lange zurück, bis ich einfach an die Wildrosen- und sonstigen Zweige nicht mehr mit der Maschine für Astschnitt samt langem Stiel heran kam. Die Pflanzen drückten den ersten Stein samt Zaunfahl raus.

Ich gab Bescheid und Frau Winter erklärte mir, man habe einen Meter fünfzig hinter dem Zaundickicht neu gepflanzt und wollte warten, bis das großer sei. Naja. Ich habe Bescheid gesagt, mir war es egal. Der Efeu hatte schon den Zaun samt Eckpfosten eingedrückt, also….mir egal.

Und jetzt, in diesem April, da holten sie eine Firma, die das gesamte Dickicht weg häkselte, gruben einen Graben einen Meter fünfzig hinter der alten Hecke, wo doch eigentlich, aber…was soll’s. Legten diesen Graben mit Folie aus…und irgendwann trafen wir uns beim Unkrautzuppel und Herr Winter sagte:

„Da kommt bald der Maurer, der kommt mal gucken.“

„Okay.“

Der Maurer kam zusammen mit Frau Winter, als ich nicht da war. C. ließ sie in den Garten. Zwischen meinem alten Hisbiskus, der schon zwei Meter hoch war, und den ich letztes Jahr  wirklich rapide auf die Hälfte gekürzt hatte und der noch keine Blätter trug, meiner Himmbeere, die eine grüne Wand bildes, meinen Palmlilien, den alten Rosen,  zwischen all dem erblühte ein Meer aus Schollkraut, das, nachdem die Gestrüppüberdachung weggerissen war, explosionsartig aus der Erde geschossen war.

Der Maurer guckte sich das alles an und erklärte C., dass wir alles wegreißen müssten auf einer Breite von 50 cm. Und Frau Winter erklärte, mein Hibiskus, der nach dem Radikalschnitt wesentlich später dran war als letztes Jahr, der sei ja tot und das gelbe Zeug Unkraut, das müsse ich sowieso rausreißen. Und der Rest eh.

DAS ist jetzt irgendwie schon mal strategisch nicht so gut. Ich möchte daran erinnern, dass C. diesen Garten für mich gekauft hat. Er hat nicht einfache Kantensteine zur Rasenbegrenzung gekauft, nein sondern solche, die ich bepflanzen kann. Und er rupft da nix raus. Er macht das Stückchen Rasen. Und er lacht mich nicht aus, wenn ich abends meinem Pflaumenbaum den Stamm kühl abpsüle, wenn es heiß draußen ist….

Jedenfalls sprachen wir darüber und ich ging mit C. in den Garten und sagte, dass ich auch meine Himbeere, die nach drei Jahren das erste Mal richtig tragen wird, jetzt nicht einfach rausreißen kann, ebenso wenig die dunkelblau blühende, großblütige Irisi und die pfahlwurzelige Palmlilie eh nicht, auch nicht bei gelbblühender Forsythien-Busch, auch wenn er nicht mehr blüht.

Nuna, ich hatte gelesen, dass es Post gibt und wartete darauf, ebenso, den Nachbarn Herrn Winter erneut im Garten anzutreffen. Aber beides nix.

Und vorgestern fand ich mittags auf der Arbeit folgende What’s-App-Nachrichten von C.:

7:56 : Der Nachbar von oben war gerade da, der Maurer würde gleich anfangem zu arbeiten.

7:57 : Er hätte erst gestern abend Bescheid bekommen.

7:57 : Warum hast du nicht mit denen gesprochen??

8:54 : Sie fangen jetzt beim  Nachbarn an und würden gerne heute mittag mit dir sprechen. Sie haben auch einen Gärtner dabei.

8:55 : Es würde nur diese Woche dauern, wenn das Wetter mitspielt.

 

Meine Antwort:

12:24 : Mit ist deren Gärtner scheiß egal.

Ich bin dann nach Hause gefahren und fand C. vor.

„Wenn Du es um des lieben Friedens Willen möchtest, dann sollen sie mein Beet roden.“

Und C. erklärte mir, dass es mein Garten sei und mein Beet und wenn ich das nicht wolle, dann würde da nichts gerodet. „Es ist Dein Garten!“ Das waren seine Worte.

Wenn ich das also nicht wolle, dann solle ich doch rausgehen und es ihnen sagen.

Also bin ich in meinem Kittel raus.

Frau Winter kam und fragte mich, was wir jetzt machen wollten.

„Ja, hier in meinem Garten und in meinem Beet nichts. Ich will meinen Hibiskus behalten. Nach der Wuchsperiode nehme ich die gern raus, aber jetzt nicht, weil ich sonst alles wegwerfen kann. Mein Bärlauch hat sich auch noch nicht zurück entwickelt und meine Forsythie bleibt auch!“

Wir hätten doch gewollt, das die Mauer gemacht werde, so Frau Winter und dann mischte sich der Maurer ein und bemängelte seinen Ton. Warum ich so reden würde.

Ich stehe ja drauf, wenn jemand meinen Ton bemängelt und schon grad so einer, der grade kurze Auftragsflaute mit dieser Mauer überdeckt.

„Warum ich so rede? Weil ich schon seit sechs Uhr arbeite, genau wie Sie!“ Ruhe war. Arbeitet wohl keiner seit sechs außer mir.

Und Frau Winter redete und ich dachte mir:

„Ich hab alles gesagt. Ich geh jetzt.“ Und das tat ich dann auch.

Der Maurer: „Sie können doch jetzt nicht einfach gehen!“

Ich:“Doch. Es ist alles gesagt und ich lasse mich nicht umstimmen.“

Der Maurer: „Aber Sie sind doch Nachbarn.“

Davon habe ich nun wirklich nichts gemerkt. Und was ist das für ein Argument?

Doch, ich habe unsere Rechtsschutz genutzt. Die Premiumausführung.  Und ich weiß:

Morgens klingeln und sagen: „Gleich kommt der Maurer und es geht los.“, DAS geht so nicht. Auch nicht für Winters, die was Besseres sind.

Ich war durch, aber ganz durch. DAS ist mein Garten und meine Monster-Hibskus, der letztes Jahr noch größer als ich war und mein Bärlauch und mein Rainfarn und was bildet sich Herr-Pseudo-Englischer-Rasen-Mit-Drei-Beeten,-die-Aussehen-Wie-Gräber-Winter und seine Frau eigentlich ein, mir vorschreiben zu wollen, was in MEINEM Garten wachstumsberechtigt ist und was nicht?

Und dann hatte der mitgebrachte Gärtner wohl in Gegenwart von C. geäußert, dann dann auch endlich meine Brennessel, die ich neben der Himbeere hege und pflege wegkäme, wenn sie durch das Beet marschieren.

C. fragte mich, was ich damit mache.

„Letztes Jahr habe ich Löcher im Gewächshaus gegraben, Brennessel rein, Tomate drauf und die expandieren in die Höhe und Breite wie Knallfrösche. Dieses Jahr waren die Brennesseln beim Einsetzen noch nicht so weit, deshalb muss ich dieses Jahr Brennesseljauche machen. Damit kann man nicht nur prima Düngen, sondern das ist auch gegen Blattläuse super gut.“

Heute abend sagte C.:

„Wenn Du da Brennessel im Garten haben willst, dann bleibt die da.“

Er will, wenn sich die Sache gesetzt hat, also ich soll am Ende der Wuchsperiode 50 cm Beet an der Mauer frei machen. Er will dann Bauzaun setzen und dann sollen sie zusehen. C. ist echt sauer.

Gekündigt

Berwebungen schreiben kann ich. Doch, das geht. Ratzi -Fatzi-Blablabla…Aber die zwei Sätze mit kündige ich fristgerecht und Resturlaub, DAS dauerte.

Dann zweimal ausgedruckt und neben C. gestanden:

„Mist, der Punkt ist ein Strich.Mist…Naja, ist egal, ich druck das nicht noch mal. Ist ne Kündigung, das geht schon.“

C. guckt mich an.

„Okay, okay. Ich korrigiere…“

Wieder runter in mein Zimmer, aus dem Bindestrich einen Punkt gemacht, Druckerauftrag, zack, fertig. Von wegeles zack, aber naja.

Letzte Woche hatte ich schon an die oberste Chefin geschrieben und um die Kündigung gebeten. Aber meine Einrichtungsleitung wollte ihre neue Putzfrau einfach nicht gehen lassen. Und dabei hatte ich DAS Argument. Es kam immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen meiner Altkollegin und mir. Und da wir einfach nur sind, wie wir sind, und sich das Team langsam in zwei Lager und eine heulende Putzfrau (meine Kollegin) im Haus zwischen den Kurdamen…Außerdem habe ich kein Handycap, meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind besser. Und wenn was nicht passt, dann muss man nach was suchen, was passt. Es war nicht nur die Kollegin, sondern auch noch Arbeitssicherheit, aber. …

Aber nein, sie wollten das nicht. Statt dessen wurde Buch geführt, über die Fehler, die die Kollegin machte. Und als auf dem einen Klo eine Rolle Toilettenpapier fehlte, da wurde gefragt, wer den Bereich macht, ihr Name wurde genannt, zack, auf geschrieben. Wäre es meiner gewesen, dann…naja, kann ja mal und so. Irgendwie war es da richtig vorbei. Aber ganz richtig. Nein, sie wollten mich nicht gehen lassen, sie wollten die andere…

Hatte ich doch aber in der Woche krank Bewerbungen geschrieben und auch schon, nachdem ich wieder auf meiner Arbeit war, in meiner Freizeit  Probe gearbeitet und der neue Arbeitgeber will auch, also konnte ich nun die Kündigung schreiben.

Sauer. Stinksauer.Nicht ich.

Und gestern bin ich dann in meinen Urlaubsanspruch gegangen, Dienstag mache ich noch einmal einen Kurwechsel mit und dann bin ich weg.

Heute nun rief es an. Also meine vom Chef entgegen genommene Kündigung sei unwirksam, ich könne auch in der Probezeit nur zwei Wochen zum Monatsende kündigen. Und entweder würde ich jetzt noch bis Ende Juni dort Arbeiten und die Kollegin werde in den Zwangsurlaub geschickt oder ich nähme einen Auflösungsvertrag, aber das müsste ich mit Hannover klären.

Ratet, was ich genommen haben? Richtig Tor zwei, den Auflösungsvertrag.

 

Dr. P. und sin Fru

Letzte Woche, kurz vor dem ersten Regen, stand Herr Dr. P. draußen in seinem Vorgarten und stach immer wieder mit dem Spaten in den Boden und zeigte bei jedem Stich in den Boden das Maurerdekolleté (Yeah! Endlich hab ich raus, wie das geht! Yeah, !Yeah! Yeah!). C. war von dieser Aussicht peinlich berührt und musste mich informieren, dass es möglich war,  tiefere Einsichten in Herrn Dr. P. zu erlangen. Ich warf zwar einen Fensterblick, war aber doch mit anderem beschäftigt und fand es verlorene Zeit.

Dann, nach dem Regen, um genau zu seinen, am nächsten Tag nach dem Regen,  kam C. nach dem  „Zeitungen in das Auto einladen“ ins Haus und erklärte, daß Herr Dr. P. und sin Fru  sich im Vorgarten befänden und dort die gelösten Grassoden von der nassen Erde zu befreien suchten und Frau Dr. P. Herrn Dr. P. zu überzeugen suchte, dass man doch besser Kaffee trinken gehe und am selben Tag sowieso nicht fertig werden würde.

Herr Dr. P. hatte C. mitgeteilt, dass  das Paar seine ersten gärtnerischen Versuche mache, was wir als Außenstehende uns irgendwie durch in Augenscheinnahme dachten, aber nicht sagten. Das Ehepaar P. habe, so erklärte Herr Dr. P., den Gärtner entlassen, weil er den Oleander der Frau Dr. P. falsch geschnitten habe, so sagte mir C..

„Aha. Die haben kein Geld dafür.“ war meine Antwort.

„Aber sie suchen nach einem, der sein Handwerk versteht.“ erklärte C..

„Der Oleander ist nicht zu weit zurück geschnitten. Das Ding hatte schon letztes Jahr einen zu kleinen Topf und fiel deshalb dauernd um.“

Sie hätten schon Erde hin geschüttet, in dieses halbrunde Beet, und Frau Dr. P. sei mit einer abgewogenen Menge Samenin einem Becherchern aus dem Haus gekommen, weil die ersten gärtnerischen Versuche des Ehepaars P. sind in einer Wildblumen….Wiese isses ja nicht, das Gras ist raus, also in Wildblumen enden.

„Boah, das war bestimmt so eine 3-Euro-Dose vom Lidl. Da musst du alles ins Beet hauen, damit es was wird!“ Klugscheißen kann ich.

Am Anfang der Woche steckte Herr Dr. P. noch weiße runde Kiessteine an den Rand des Beetes, so dass die braune Erde  von dem Grün des Grases nun offensichtlicher getrennt ist, und legte, ganz kreativ, die übrigen weißen Kieselsteine in Vierer-Gruppen in das Beet.

So bewundern wir nun jeden Tag beim Losfahren zur Arbeit den weißen Halbkreis mit der braunen Erde und den Landplätzen für die Vögel, die in unserer Dachrinne ihre Jungen groß bringen, und die nun eine gute Futterquelle genau unter ihrem Nest haben.

Nun bin ich nachmittags heute raus und habe den Vorgarten von Wildkräutern befreit, zumal jetzt langsam aber sicher das Netz über die Erdbeeren muss. Ich mag Vögel, aber ich füttere nicht mehr ganze Generationen mit Erdbeeren durch.  Und ich hackte so vor mich hin, zupfte, rupfte und schnitt die eigenkringelten Blätter der Mucker-Kirsche ab, so dass sie endlich neue Blätter bekommt, und da schoß Frau Dr. P. raus aus dem Haus direkt in ihren Smart. Grüßte nicht und ich erwartete, dass sie wegfahre, was sie aber nicht tat. Sie stieg statt dessen nach ein paar Minuten wieder aus, begrüßte mich kurz, um sich dann den ankommenden Hampelmanns zu zu wenden, die Einkaufen waren. Aber kurz nach ihrer Ankunft zuhause fuhren dann doch die Schwiegereltern von Herrn Hampelmann in ihrem SLK wieder nach Hause.

Nach dem kurzen Gespräch verschwand auch Frau Dr. P. wieder in ihrem Haus.

Es tat mir so leid, dass ich über einen kurzen Moment versucht war, die erneut ausgesprochene Grill-Kaffee-Einladung des Herrn Dr. P. dahin gehend umwandeln wollte, dass ich Herrn und Frau Dr. P. zu Pfingsten einladen wollte, weil es mir alles so leid tat. aber ich habe dann doch gedacht: „Nee, das passt nicht.“

Zombie

oder: Und schon wieder Omma!

Gestern nun wurde Enkelchen Nummer drei geboren. Ein Mädchen. Die Eltern ließen einleiten, denn immerhin lag der errechnete Geburtstermin schon hinter ihnen, also am Montag, dem 8., und weil sich noch nichts tat….Nunja. Wir hielten uns zurück, hatte der Vater doch schon vorher bekannt gegeben, dass er von Besuchen nach dem Wurf abzusehen bitte.

Okay.

Durch Schwiegertochter Nummer zwei, die per What’s app eine stehende Verbindung in den Kreissaal hatte, wußte ich, wann der Muttermund wie weit und so.

Kurz nach zehn ging ich schlafen. Kurz vor elf war sie da, das Mädelchen. Morgens nach dem Aufstehen um halb fünf, ich hatte verschlafen, fand ich ein Foto auf dem Handy.Ein Bild von der Neugeborenen. Ich hatte ein schlechtes Geswissen, weil ich nicht mehr wach wahr….

Ein richtig schlechtes Gewissen.

Aber ich bin auch froh, daß die Eltern nun erstmal unter sich sein wollen. Sie haben ein Bild geschickt. Und auch, wenn sie sonst alles auf FB veröffentlichen, auch dort gibt es kein Bild. Aber bei What’s app.

Groß E. versprach mir, sie würden ein besseres Bild machen. Sie ist sich sicher. Ganz bestimmt machen sie ein besseres.

Als ich das Bild sah, hörte ich die Stimme meiner Mutter, die mich ernsthaft fragte: „Was hat sie mit den Augen?“

Also bin ich ganz froh, dass sie unter sich sein wollen.

Was soll ich denn sagen?

Herzlichen Glückwunsch! Verwächst sich das?

Tausch es u m, wenn Du noch Garantie hast!

Hoffentlich verwächst sich das!

Herzlichen Glückwunsch, das Leben ist jetzt rum?

Neue Babies sind nie schön, aber meine Tochter meinte: Es sieht aus, wie ein Zombie!

Tja, noch keinen Tag auf der Welt und sie hat schon einen Spitznamen.

 

Bin ich ein guter Vater

Einen wunderschönen Blog habe ich hier gefunden, nicht mal über wordpress, sondern über FB. Und weil dies ein so schöner Text ist, muss ich ihn allen zeigen. „Er hat sich ständig bemüht. Im Zeugnis eine schlechte Note, als Eltern wahrscheinlich die beste, die wir kriegen können, denn darauf kommt es an.“

ersatzpapi's Blog

Die gute feierSun hat in ihrem Blog einen schönen Artikel dazu geschrieben, dass sie sich manchmal als schlechte Mom fühlt, weil es Tage gibt, an denen alles schief läuft, sie schlecht gelaunt ist. Reichlich verkürzt ausgedrückt.

Wie einige wissen, lebe ich mit Kindern zusammen, die mir erklären können, was schlechte Eltern sind. Und da geht es um ganz andere Dinge.

Liebe feierSun, sag mal, wo soll Dein Kind lernen, dass Menschen auch mal schlechte Laune haben können? Dass man sich auch mal streiten darf? Dass im Leben auch manchmal etwas schief geht?

Und das alles, ohne dass das Gefühl zwischen Euch in Frage gestellt wird. Ohne dass die Beziehung zerstört ist!

Das kann ein Kind nur im gesicherten Rahmen der Familie erlernen. Im Gegenteil sind es die Eltern, die endlose Geduld zeigen die, die ich als anstrengend empfinde, die – weil sie glauben es würde ihren Kindern schaden – ihre…

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