Unterstützung

Angus ist in der Klinik in Kassel. Es geht alles drunter und drüber. Nun ist er letztendlich einfach mal abgehauen, hat bei Schnee und Frost eine Nacht in einer Unterführung verbracht und ist dann wieder in die Klinik zurück gekehrt.

Nun hatte ich ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin und hörte, Angus brauche die Unterstützung der Familie und man müsse ihm anrechnen, daß er zurück gekehrt sei, und er das Ganze fortsetzen wolle und ja schließlich auch in die Anschlußtherapie wolle und bla blabla….

Ladies, in diesem Jahr sind sieben Dinger auf einmal vor Gericht verhandelt worden und in seiner neuen Einrichtung hat er gleich erstmal neun, in Zahlen: 9, neue Anklagen gesammelt…

Und Weihnachten….Weihnachten, er würde ja so gerne Familie und so….Und ich sollte mal Kontakt mit ihm aufnehmen und ihn loben und blablabla…

Letztes Jahr gab’s auch Weihnachten, da war nur wichtig, was im Umschlag war….

Aber dieses Jahr, nach drei Wochen Entgiftung, da ist alles anders.

Genau: Und deshalb habe ich uns ein Dutzend Chearleader-Pompons bestellt und die kleinen Mädchen dürfen jetzt nach drei Stunden Pyramide üben auch endlich mal ins Bett und C. druckt aus dem Netz Bilder von Geldscheinen aus, die ich dann in meinem Portemonnaie verstecke, damit Angus sie rausnehmen kann.



Harte Zeiten

Vor drei Wochen besuchte mich mein Sohn. K. wohnt jetzt in anderswo und will nächstes Jahr heiraten.

Und wir saßen so da und er erklärte mir, wie scheiße unsere Familie ist und wie dumm all seine Geschwister sind, was für Versager halt….

Ich weiß nicht, ob nach drei Jahren Beziehung bei Männern die Festplatte so gelöscht ist, daß sie ihre eigene Jugend mit Drogen und Knast und was weiß ich vergessen.  Bisher dachte ich immer, es sei so eine Männer-Sache, mal jemandem das Hirn rauszuv……

Egal. Jedenfalls hat er sich nun verlobt und will nächstes Jahr heiraten und er hatte schon erklärt, daß er nur Leute, die er mag und die was taugen zu seiner Hochzeit einlädt und mir erzählt, welche seiner Geschwister alle nicht in Frage kommen….

Aber zurück zu seinem Besuch.

Während er mit den kleinen Kindern Memory spielte, da sagte er plötzlich, das er und sein großer Bruder, ja genau der mit dem Kind, daß also die beiden für mich würden zahlen müssen, wenn ich ein Pflegefall werde, weil sie ja die einzigen seien, die aus dieser Famlie arbeiten würden und er wolle sich mit seiner Frau etwas aufbauen wollen und auf keinen Fall für mich oder aber seine Schwiegermutter zahlen wollen, auch nicht indirekt. Deshalb solle ich eine Pflegeversicherung abschließen, die den Fall der Pflege so abdeckt, daß er nicht zahlen müsse.

Ich wußte erstmal gar nicht, was ich sagen sollte. Und versprach ihm dann, sollte ich zu Geld kommen eine solche Versicherung abzuschließen.

Hernach holte ich mir den Korb mit der Kinderwäsche aus dem Keller.Und legte sie durch. Mein Sohn besuchte dann noch meine Mutter und nahm meine Tochter mit, weil er nicht mal wußte, wo seine Oma denn seit zwei Jahren wohnt.

Später ging ich zu meiner Mutter, ich hatte ihr versprochen, noch den Abwasch zu machen.

Mein Sohn war noch da und fragte, ob er mir helfen könne.

„Nein. Die drei Teile kann ich allein.“

Er verabschiedete sich von meiner Mutter und wollte mich zum Abschied in den Arm nehmen.

Das wollte ich nicht und sagte ihm:

„Sag Deinem Bruder, ihr werdet nicht für mich aufkommen müssen.“

„Mein  Bruder hat gar nichts gesagt, ich hab gedacht…“

*Verarschen kann sich seine Mutter allein! Ich kenne die länger als sie sich selbst!*

„LAß MICH IN RUHRE!“

Er ging.

Meine Schwiegertochter veröffentlichte einen Status, in dem stand, das wer nicht über Probleme rede, sich auch die Augen zuhalte, um sich zu verstecken.

Letzteres finde ich total lustig und mache solche Spiele gern mit kleinen Kindern.

Mein Sohn hat mir mit seinen Worten gesagt:

„Vielen Dank für gar nichts und versau‘ mir nicht den Rest meines Lebens.“

Da ich wußte, daß seine Zukünftige nun auch ihre Mutter ansprechen wollte wegen so einer Versicherung, war ich lange versucht, ihr diese Nachricht zu schreiben:

„Vergiß mal nicht, wer Dir die Windeln gewechselt hat. Und denke dran, es ist immer noch Deine Mutter.“

Aber: Das habe ich nicht gemacht.

Meine beiden ältesten Söhne sind ein bischen eigen. Der eine Ist Fahrkartenkontrolleur, der andere Straßenbauer, ABER: Das isses.

Sie sind mit Hartz4 groß geworden, weil ihr Vater keinen Unterhalt gezahlt hat, aber sie lästern über Menschen im Hart4 -Bezug, wettern gegen Menschen von anderswo und die AFD. Sie sind halt was besseres.

Ich habe beiden schon ein paar Mal gesagt, sie mögen nicht vergessen wo sie herkommen und das möchte ich auch jedem sagen, der auf die Idee kommt, seiner Mutter oder seinem Vater eine solche Forderung anzutragen.

Das Leben ist ganz einfach. Man lernt im Leben alles mal kennen und immer dran denken: Sieben gute, sieben schlechte Jahre.

 

 

 

 

 

So schön geschrieben und so schön wahr…

Ich stehe vor dem Kleiderschrank. Wir, also mein Mann, Kind und ich, wollen Essen gehen. Nicht unbedingt ein feines Restaurant. Einfach nur zum Chinesen und zum dortigen Mittagsbuffet. Trotzdem hab ich frisch geduscht, Zähne noch mal geputzt, Parfüm aufgelegt, Deo unter die Achseln gesprüht und mein Gesicht hübsch bemalt. Das mache ich immer, wenn ich […]

über Passt also nicht! — MitmachBlog