Jobsuche

Um das Leben zu verpositiven – einen Mini-Job bitte.
Ich also die Jobbörse des Arbeitsamtes aufgetan…..nicht wie im siebten Himmel, aber immerhin, ein paar passen in die vorhandenen Zeitfenster.
Gucken, was sie da als Bewerbung wollen:

Reinigungsfachkraft, Cleanschlampe eben, geht. Sie wollen einen Lebenslauf und ein persönliches Anschreiben, dabei soll ich im Fittnesscenter doch bloß Klos und Duschen putzen….na wegen mir.

Eine große Discounter-Kette bietet Regale aufräumen an. Okay, ab auf das Bewerbungsformular der Website…..Lebenslauf, okay, aber dann kommt es: Ein Motivationsschreiben! Für einen Mini-Job ein Motivationsschreiben??
Hier isses:

Sehr geehrter Herr Lidl,

schon seit Jahren kaufe ich bei Ihnen immer mal wieder ein. Ich bin die, die immer Ihren Kassenbereich blockiert, denn wenn ich anfange, meine Waren aufs Band zu legen, wird generell eine zweite Kasse aufgemacht.

Ich suche einen Mini-Job. Warum suche ich den? Weil ich noch immer ohne Schmerzen sitzen kann; ich bin nämlich nicht mit dem goldenen Löffel im Arsch geboren worden. Und jetzt sollte sich das mal einer wagen, da so ein Ding unterbringen zu wollen…. Ich möchte nämlich völlig amtsunabhängig leben dürfen und den Kopf wieder oben tragen, denn ich will keinen Unterhalt von Minimis Vater. Will ich nicht.
Warum ich mir nun keine volle Stelle suche? Die sind nicht nur schwer zu kriegen, sondern ich habe auch noch mein Studium, daß mich schon manches Mal davon abgehalten hat, 3 Euro für ein Stück Wäscheleine auszugeben, außerdem lerne ich viel zu gern, und nebenbei bin ich auch noch im verpönten Familienmanagement tätig. Keine Sorge, sind nur noch sechs, waren mal mehr. Beides möchte ich gerne behalten.
Warum bewerbe ich mich bei Ihnen? Weil Sie eine Stelle angeboten haben, ich Ihr Sortiment kenne, also nicht unbedingt einen Lageplan Ihrer Produkte brauche.
In Ihrer Beschreibung schrieben Sie, daß Sie eine motivierte Mitarbeiterin suchen, die sich für das Ganze einsetzt, also das Team im Vordergrund sieht. Kein Thema, diese Arbeitsweise bin ich gewohnt.

Ich freue mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch als Regaleinräumerin.
Mit freundlichen Grüßen,
Safa

PS: Ja, mir ist klar, dass auch Sie wieder nicht glauben werden, dass man als Mutter von zehn Kinder mit Mitte vierzig studiert und den Bachelor anstrebt, aber ein Versuch war es wert. MIr ist nämlich immer noch nicht klar, was ich anderes als die Wahrheit in meinen Lebenslauf schreiben sollte.